Kurzinformationen zur Juli-Sitzung des Gemeinderates
„Zur Erhaltung der Infrastruktur und letztlich auch zur Bezahlbarkeit gemeindlicher Einrichtungen ist ein gesundes Wachstum unabdingbar“, darin waren sich die Gemeinderäte anlässlich der Juli-Sitzung einig. Schwerpunkt war die Behandlung der Stellungnahmen zum Vorentwurf des geplanten Baugebiet Brunner Wegfeld / Blumenstraße.
Bedenken etlicher Anwohner, wonach der Verkehr in „ihren“ Straßen zunähme, wurden ausgiebig diskutiert. Ohne bauliche Entwicklung gäbe es aber manche Anwesen auch derjenigen nicht, die sich heute negativ zum Neubaugebiet artikulieren. Natürlich werde die Gemeinde die Anliegen ernst nehmen und nach Lösungen suchen, zum Beispiel nach mindestens einer zusätzlichen Zufahrtsmöglichkeit. Zunächst geht es aber um den ersten Bauabschnitt, der leider im hinteren Teil des Gesamtgebietes liegt, weil eine organische Entwicklung vom Ortskern aus derzeit nicht realisierbar ist.
Es geht um bezahlbare Infrastruktur
„Zukunftsorientiertes Wachstum muss für eine Gemeinde nicht nur erlaubt sein, es ist sogar Pflicht und Aufgabe der Gemeinde, dafür Sorge zu tragen, dass die Gemeinde nicht schrumpft oder überaltert“, so Erster Bürgermeister Werner Friedrich. Und es gehe um langfristige Verbesserung bei den Einnahmen durch Einkommensteueranteile und bei der Grundsteuer. Vieles Notwendige und auch lieb gewordene wäre ansonsten nicht mehr bezahlbar.
Ohne die Neubauentwicklung der letzten Jahre hätte die Gemeinde heute etwa 150 Einwohner weniger, mit all den Auswirkungen zum Beispiel auch auf die Kosten der Bürger für Wasser und Abwasser, auf die Umsätze beim Bäcker, beim Metzger und der Sparkasse. Ebenso wären vielfältige finanzielle Vor- und Eigenleistungen der Gemeinde zur von allen gewünschten umfassenden Breitbandversorgung nicht möglich gewesen und auch die Mittel zur Unterstützung örtlicher Vereine wären nicht vorhanden.
Dem Wohl aller Bürger verpflichtet
Die Wahrnehmung von Einzelinteressen sei zwar legitim und müsse in einer Demokratie auch ausgehalten werden, für Bürgermeister Friedrich und die Gemeinderäte war aber klar: „Die Gemeinde muss das Wohl aller Bürger im Auge haben, Gemeinschaftsinteressen gehen vor“. Die gemeindlichen Pläne werden mit größtmöglicher Transparenz dargestellt, anderslautende Stellungnahmen entbehrten jeglicher Grundlage. „Wir wollen einen sachlichen Dialog“.
Diesen führt die Gemeinde auch mit den Behörden, die sich ganz überwiegend aufgeschlossen zu den Plänen zeigten. Die Gemeinde bemühe sich auch um Schließung von Baulücken im Ortskern, soweit sie vorhanden und vor allem verfügbar sind. Ferner ist die Schaffung von Ausgleichsflächen geplant, um den Belangen des Natur- und Artenschutzes gerecht zu werden. Zur Sicherstellung der Vorfinanzierung des geplanten Baugebietes hat die Gemeinde einen so genannten Nachtragshaushalt beschlossen.
Sonstiges, auch wichtig
Zu später Stunde behandelten die Gemeinderäte noch die Pläne zur Schaffung von Parkplätzen im Bereich der Bergstraße und stellten das Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung fest. Bürgermeister Friedrich berichtete zudem über die Breitbandförderung des Bundes zur weiteren Verbesserung und Sicherstellung der Internetversorgung und über die Pläne zur offiziellen Indienststellung des neuen Feuerwehrfahrzeuges am 16. September. Vor diesem Hintergrund sollen vor allem die roten Fassadenteile des Feuerwehrhauses bis dahin farblich aufgefrischt werden.
PM.