„Bei der im Gemeindegebiet geplanten Windkraftanlage werden wir größtmögliche Rücksicht auf die Belange von Mensch und Natur nehmen“, so 1. Bürgermeister Werner Friedrich anlässlich der Behandlung von Stellungnahmen aus der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Gemeinderat. „Allein die Tatsache, dass nur zwei Einwendungen von Bürgern inzwischen mehr als 120 Beteiligungs-Interessenten gegenüberstehen, beweist die Einsicht der überwiegenden Mehrheit der Menschen, dass die Risiken herkömmlicher Energiegewinnung schnellstmöglich minimiert und die Nutzung regenerativer Energien gefördert werden muss“.

Hierzu könnten nicht nur die Bürger beitragen. Friedrich sieht auch die Gemeinden in der Pflicht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Teil zu leisten. Unter diesem Blickwinkel betrachte er auch die gemeindliche Unterstützung des Vorhabens zur Errichtung einer Bürgerwindkraftanlage. „Äußerst gewissenhaft haben wir unabhängig davon bereits bei der Standortwahl darauf geachtet, dass es nicht zu Überschneidungen mit Landschafts- bzw. Naturschutzgebieten oder anderen geschützten Landschaftsteilen kommt“.

Für die Sonderbaufläche sollen 8,7 Hektar im Flächennutzungsplan dargestellt werden. Thomas Rosemann vom Planungsteam erläuterte gemeinsam mit Projektmanager Marcus Dornauer im Gemeinderat u.a. die eingegangen Stellungnahmen der so genannten „Träger öffentlicher Belange“. In den dort vorgebrachten Anregungen sahen beide keine unüberwindlichen Hindernisse, zumal die gesetzlichen Vorgaben bereits bei der Vorplanung berücksichtigt worden seien. Einstimmig billigte dann auch der Gemeinderat den vorgelegten Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes, der in den nächsten Wochen nochmals öffentlich ausgelegt werden wird.

Bürgermeister Friedrich betonte anlässlich der Beschlussfassung, dass es sich die Gemeinde bei der Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht habe. „Wir haben Vor- und Nachteile abgewogen und gewichtet und sind dabei zu dem Entschluss gekommen, die notwendige Nutzung erneuerbarer Energien auch aktiv unterstützen zu wollen“.

Die auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung stehende Genehmigung von über- und außerplanmäßigen Ausgaben war insofern unproblematisch, als der Bürgermeister auch die entsprechenden Einnahmen dazu erläuterte. Und um auf den tatsächlichen Bedarf flexibel und kurzfristig reagieren zu können, seien Abweichungen vom Haushaltsplan vorprogrammiert. Die Gemeinde sei finanziell gesichert, und entgegen einiger Prognosen würden auch keine Einbrüche bei der Gewerbe- und Einkommensteuer erwartet. Die Detailprüfung des Zahlenwerkes wurde dem Rechnungsprüfungsausschuss übertragen.

Friedrich erläuterte in diesem Zusammenhang auch die Geschäftsbesorgungsverträge für die Baugebiete Eichenweg und Beethovenstraße. „Auch wenn gelegentlich andere Behauptungen kursieren, ist diese Form der Finanzierung auf Euribor-Basis außerordentlich wirtschaftlich“. Insgesamt seien in diesem Jahr bislang bereits zehn Bauplätze verkauft worden.

„Diese positive Entwicklung zeigt sich auch in dem neuen Baugebiet Beethovenstraße, wo allen Unkenrufen zum Trotz nach nicht einmal drei Jahren vom Beginn der Erschließungen an bis heute mehr als die Hälfte der Grundstücke bereits vermarktet sind“. Der Bürgermeister führt dies unter anderem auf die verkehrsgünstige Lage und bedarfsgerechte Erschließung zurück, welche durch weitgehende Planungsfreiheit individuelle Lösungen ermöglicht.

Die Gemeinderäte hoben besonders das „erfolgreiche Handeln und Verhandeln des Ersten Bürgermeisters“ hervor, welches im Baugebiet Eichenweg zur friedvollen Beendigung einer jahrelangen Sperrfunktion führte. „Offene Gespräche mit den Beteiligten sind allemal besser als Zank und Streit“, so die übereinstimmende Meinung der Räte. Der erfolgreiche Abschluss soll mit einem Spielplatzfest am 25. Juli ab 14 Uhr am Buchenweg gefeiert werden.